Christiane Haase

Heilpraktikerin für Psychotherapie mit eigener Praxis ‘HerzRaum’
mein Weg:
- 15 Jahre Evangelische Gemeindepastorin
- Abschied von der Kirche
- Gestaltung von Beerdigungen und Hochzeitszeremonien
- EBE – Facilitator (Emotional Body Enlightenment)
- Trennung von EBE und Weiterentwicklung zur HerzRaum-Arbeit
- Aufbau einer eigenen Praxis für Einzelpersonen, Paare und Gruppen
- Gründung des Vereins ‘Fühlende Räume’ gemeinsam mit Ellen Kalwait-Borck und Walburga Hupe
therapeutische Ausbildungen und Erfahrungen:
- ‘Klientenzentrierte Gesprächsführung’ nach Carl Rogers
- Ausbildung zum ‘EBE – Facilitator’ (emotionsfokussierte Integrationsarbeit)
- Ausbildung ‘Trauer Erschließen’ (Ruthmarijke Smeding)
- Erfahrungen mit Gestalttherapie und Tiefenpsychologischer Körpertherapie
- Zertifizierte EFT-Paartherapeutin (‘Emotionsfokussierte Paartherapie’ / Susan M. Johnson)
- Fortbildung ‘Der alleingeborene Zwilling’ (Barbara Schlochow)
- Eigentherapie, Supervision und weitere Fortbildungen in den genannten Bereichen
Gebärmutteraufstellungen
Was wirst Du auf dem Kongresstival anbieten?
Auf dem Kongresstival werde ich in einem großen Workshop über die Magie der Gebärmutteraufstellung sprechen: in der Gebärmutter kommen Seele und Körper zusammen und so erscheinen in den Aufstellungen (nach und nach) die Zusammenhänge von Karma und Biografie. Ich werde auch praktisch mit den Teilnehmenden arbeiten, um diese Aufstellungsform erfahrbar zu machen. Wer überlegt, in die Gebärmutterarbeit in diesem Sinne bei mir einzusteigen, kann hier eine Kostprobe bekommen. Ich freue mich auf dieses besondere Ereignis.
Außerdem biete ich noch einen kleinen Workshop an, in dem ich genauer auf das Thema des verlorenen Zwillings eingehe. Dort ist dann auch für einige Teilnehmende die Möglichkeit, mit kurzen Aufstellungen die eventuelle Zwillings- bzw. Mehrlingskonstellation zu erforschen.
Warum Gebärmutteraufstellungen?
Die Wahrheit unserer Herkunft, unser eigentliches Potenzial und unsere Lebensaufgabe, die Gründe unserer Seele, jetzt und hier inkarniert zu sein, Ahnen- und karmische Themen… Die Gebärmutter ist wie das Regiebuch unseres Lebens und all die ungelesenen Abschnitte aus diesem Buch können sich in den Gebärmutteraufstellungen zeigen. So lassen sich viele Themen und Konstellationen erschließen, die die Psyche und den Alltag prägen, aber tief im Unbewussten gründen, das weit über unsere jetzige Biografie hinausgeht. Wir stellen die Gebärmutter unserer Mutter auf, d.h. unsere Herkunft, unser erstes Zuhause, d.h. diese Arbeit ist sowohl für Frauen als auch für Männer interessant.
Um auf der einen Seite die biografischen Aspekte, Gefühle und Anteile tiefer zu erfassen und zu integrieren und auf der anderen Seite den karmischen, d.h. seelischen Hintergrund dessen, was ich hier in diesem Leben erfahre, zu erkennen, haben sich in meiner Arbeit diese Aufstellungen bewährt. Die Gebärmutter ist der Ort, wo das Geistige, die Seele, und das Materielle, die verschmelzende Ei- und Samenzelle, zusammenkommen. Und dies ist der Ort, wo sich alle Themen bündeln, wie weißes Licht, das dann im Leben prismatisch in all seinen Farben auffächern wird. Wenn wir also die Gebärmutter aufstellen, sind sämtliche Themen im Raum und zeigen sich in dem Spiegel der Gruppe. Die Gebärmutter ist deshalb das Regiebuch des Lebens, weil alle seelischen Themen hier eingeschrieben werden, und zwar durch die Umstände und Konstellationen dieser Phase, am tiefsten durch das, was in der Gebärmutter während der neun Monate passiert: Das geht von Abtreibungsgedanken oder -versuchen, über vorher verstorbene Geschwister bis hin zu dem wichtigen Ereignis von ein oder mehreren Zwillingen, die nur eine begrenzte Zeit blieben. All das schwingt immer mit und prägt uns emotional zutiefst. Indem wir diese Themen erkennen, da sein lassen, erlauben, die dazugehörenden Zustände und Gefühle zulassen, können sie sich erlösen. Alles, was anerkannt wird, kann wieder ins Fließen kommen und sich weiter entwickeln. Was gesehen wurde, muss sich nicht wiederholen. Davon profitiert der Mensch. Davon profitiert die Seele… denn letztlich ist beides Eins.
Wie würdest Du den Hintergrund Deiner HerzRaum-Arbeit beschreiben?
Ich sehe die Seele und die Erscheinung, also den göttlichen Teil unseres Seins und die menschliche Inkarnation. Wie kommt beides zusammen? Ich glaube, dass wir Menschen damit beginnen können, und zwar mit bejahendem Fühlen, indem wir jedes auftauchende unangenehme Gefühl mit einer bewusst annehmenden Haltung rahmen. Wie man auf der einen Seite nicht in den Gefühlen untergeht und auf der anderen Seite sie nicht verdrängt und mit welchem ‘Werkzeug’, also welcher Herangehensweise das gelingen kann: Das ist das Kernthema auf unserem Kongresstival, das dort in vielen Workshops thematisiert und geübt wird.
Ich fange hier mal mit der Seele an: Wie kommt dieser „Tropfen aus dem göttlichen Urozean“ auf seiner Reise durch die Inkarnationen zu seinem eigenen Sinn und Ziel? Mit anderen Worten, wie kann sich die Seele in ihrem Menschen als ihrer Inkarnation erkennen, d.h. den Menschen mit all den biografischen und psychischen Themen als Spiegel ihrer eigenen karmischen Thematik betrachten?
Die meisten Seelen scheinen sich nicht vollständig mit ihrer jeweiligen Inkarnation identifizieren zu können. Das Menschsein erscheint dann gegenüber der reinen geistigen Existenz als minderwertig, eingeschränkt durch Stofflichkeit, Raum und Zeit (u.a.). Die große Chance, die in der Inkarnation – also in der Stofflichkeit – liegt, ist, dass nur auf dieser Ebene gefühlt werden kann. Dazu braucht es ja den Leib, Sinnesorgane, Botenstoffe. Und Fühlen ist die einzige Möglichkeit der Verarbeitung von traumatischen Erfahrungen. Nur wenn ich Dinge fertig fühle, hab ich sie so bewältigt, dass sie nicht in Wiederholung immer wieder erscheinen. Das gilt ja auch für unsere Biografie: Nur durch Fühlen beenden wir ein Ereignis und kommen aus den Wiederholungsschleifen heraus. Neue Erfahrungen können gemacht werden. Für die Seele erscheinen die Themen ebenfalls in Wiederholungschleife, nämlich von Inkarnation zur Inkarnation. Seele als rein geistige Ebene aber kann nicht fühlen, d.h. sie kann die Dinge nicht zum Abschluss bringen. Dazu braucht sie den fühlenden und Gefühle annehmenden Menschen. So gesehen dienen wir unserer Seele, wenn wir bejahend fühlen, wenn wir unsere Gefühle annehmen und dadurch der Seele durch unser Körperinstrument hindurch die Möglichkeit geben, ihre Themen zu erfassen und abzurunden.
Es scheint so zu sein, dass diese Chance der Inkarnation auf Seelenebene, also von der geistigen Ebene her, nicht vollumfänglich erkannt wird. Die Gründe dafür liegen (u.a.) in der schweren Traumatisierung des Menschen schon durch die (Krankenhaus-)Geburt und in den ersten Lebensminuten. Diese Abwertung oder dieses Nichterkennen des Wertes der Inkarnation seitens der geistigen Ebene spiegelt sich in dieser Welt, wenn der Mensch seinerseits das Stoffliche abwertet – die Erde, den Körper. Diese Selbst-Abwertung im Menschen sich selbst gegenüber ist auch sichtbar in den vielen Selbstoptimierungsansätzen.
Wenn es also um den Weg der Seele von der Ursprungsgöttlichkeit her durch alle Inkarnationen und alle Selbsterfahrungen zurück zum Ursprung geht, können wir hier auf der stofflichen Ebene unserer Seele entgegenkommen, sie erinnern: „Seele, ich bin dein Spiegel. Erkenne dich durch mich. Fühl das durch mich.“ Letztlich rückt die Seele näher ran ans Menschsein, um immer öfter herein zu kommen und um irgendwann zu bleiben, sich wirklich durch den Menschen zu erfahren. Wenn sie sich mit ihrer Erscheinung, diesem Menschen, identifiziert, wird sie auch die Verantwortung für dieses Leben übernehmen.
Für uns bleibt es die Kernaufgabe, alle auftauchenden Gefühle und Anteile bejahend zu fühlen und anzunehmen, sich also mit allem was auftaucht haben zu wollen. Das heißt ein absolutes Ja zu allen Aspekten unserer Psyche und unserer Biografie. Eigentlich zeigen wir mit dieser Integrationsarbeit unserer Seele, wie fühlendes Annehmen geht, und …sagen ihr: „Komm her und sage bedingungslos Ja zu deiner Inkarnation. Wie unten so oben.“
Und wenn wir das Ganze von der Seite des Menschen her betrachten?
Was hat der Mensch davon? Wenn die Seele auf diesem Weg die Erfahrung, für die sie wohl angetreten ist, auch wirklich macht, weil wirklich gefühlt wird, und sie sich in ihrem Menschen erkennt, dann kann sie ihre karmischen Themen abschließen und kann neue Erfahrungen machen. Das göttliche Potential ist groß…Das kann für den Menschen spannend sein. In jedem Fall erleben wir in diesem Prozess eine Erweiterung und ein Ende von ewigen Wiederholungsschleifen des schon bekannten Unglücks. Wenn wir die Probleme und Nöte unseres Lebens in dem größeren Rahmen der Seele und ihrer karmischen Themen erfassen, und gleichzeitig hier und jetzt die damit zusammenhängenden Gefühle fühlend integrieren, wird unser Fühlen insgesamt schwingender und lebendiger, unser Leben voller und unsere Selbstwahrnehmung erweitert sich.
Was hat die HerzRaum-Arbeit mit Deinem eigenen Weg zu tun?
Soweit ich zurückdenken kann, also in früher Kindheit, hatte ich eine Wahrnehmung des Göttlichen hinter dem menschlichen Raum. Mit meinen jetzigen Worten würde ich sagen: Ich hatte eine Wahrnehmung für die Seele als Teil des gesamtgöttlichen Feldes, die durch mich als Mensch hindurchschaut. Ich konnte mit Seelenaugen die Welt sehen… und habe mich mehr als gewundert, was die Menschen hier eigentlich machen. Es kam mir so ‘uneigentlich’ vor, weit weg von dem Alleins, das ich so deutlich wahrgenommen habe. Diese Art von Erwachtsein ist meine Natur… die allerdings in der Pubertät und anderen Krisenzeiten heftig erschüttert wurde. Es blieb in allem dabei, dass ich das von mir gefühlte göttliche Liebesfeld auf der einen und das Menschliche mit all seinen Ängsten und Unzulänglichkeiten – natürlich auch meinen eigenen! – auf der anderen Seite nicht zusammenbekommen habe. Später meinte ich in der Kirche meine Erfahrung und Fragestellung wiedergefunden zu haben, (was teilweise auch stimmt), was mich zum Theologiestudium geführt hat. So war ich war schließlich jahrelang evangelische Gemeindepastorin und in diesem Rahmen mit ‘Seelsorge’ im Sinne von psychologischer Unterstützung der Menschen beschäftigt. Gott war dann der ‘liebe Gott’, an den sich der Mensch in seiner Not wenden kann… aber die Göttlichkeit des Menschen war nicht im Blick. Wenn ich jetzt ‘Seele’ sage, meine ich nicht die Psyche, also nicht den Emotionalkörper, sondern den göttlichen Hauch im Menschen. So gesehen heißt ‘Seelsorge’ heute für mich: Wie können wir unsere Seele als dem höheren Selbst, dem geistig erschaffenen Raum – also dem göttlichen Aspekt unseres Seins – dazu verhelfen, wirklich eine menschliche Erfahrung zu machen. Mit anderen Worten: Wie kann Seele als göttlicher Aspekt unseres Wesens ganz in das Stoffliche, in das Menschsein hineinkommen, also vollständig inkarnieren? Wie also kommen das Göttliche und das Menschliche wirklich zueinander?
Wenn wir Gefühle bejahend integrieren und so verkapselte traumatische Gefühle auftauen und nachträglich fühlen, um die Gestalt abzuschließen, verhelfen wir unserer Seele zur vollständigen Inkarnation. Wir dienen beiden Ebenen: dem Menschen mit der Verarbeitung von Traumata und der Seele auf ihrem Weg der Selbst-Erkenntnis. Ja, letztlich helfen wir Gott, sich in der Mannigfaltigkeit seiner menschlichen Erscheinungen zu erkennen.
Wie und wo arbeitest Du?
In meiner Praxis in Ottensen biete ich eine offene Aufstellungsgruppe an, zu der man sich spontan über WhatsApp oder Telegram bei mir anmelden kann: jeden Dienstag ab 19.00 Uhr. Auch biete ich vierteljährlich Aufstellungswochenenden und ein einwöchiges Seminar mit Aufstellungen im September an (siehe Website www.herzraum.net).
Einzel- und Paarsitzungen kann man mit mir entweder für meine Praxis in Ottensen oder in Tornesch oder auch per Zoom verabreden.